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Islam in Indien und Sri Lanka

 

Allgemeines

Der Islam ist die jüngste der drei monotheistischen Weltreligionen, die vom Propheten Mohamed (570-632 n. Chr.) gepredigt wurde. Mohamed verkündete die Lehre von der „Ergebung in Gottes Willen“, was das Wort „Islam“ bedeutet.

In der Heiligen Schrift der Muslime, dem Koran, sind die Worte Mohameds, seine von Allah empfangene Offenbarungen niedergeschrieben. Zu den 114 Kapiteln des Koran, den Suren, kamen im Laufe der Zeit Überlieferungen über das Wirken des Propheten, die Adadith, die alle Lebensbereiche abdecken und von denen die Sunna (Sitte, Gewohnheiten) die bedeutendste ist.

 

Verbreitung in Indien

Circa 14,2 % (ca. 170,4 Mio.) der indischen Bevölkerung bekennen sich zum Islam. Die Mehrheit ist im Norden und Westen des Landes beheimatet.

Bereits im 7. Jahrhundert gelangte der Islam durch Händler aus Arabien nach Indien.

Ab dem 12. Jahrhundert kamen muslimische Eroberer nach Nordindien. Dort gründeten sie zunächst die Delhi-Sultanate und später das Mogul-Reich. Obgleich es einige Kriege zwischen den muslimischen Eroberern und den indischen Königreichen gab, gab es Ehebündnisse und die Kulturen haben sich schließlich gegenseitig befruchtet.

 

Verbreitung auf Sri Lanka

Etwa 9,7 % der Bevölkerung Sri Lankas sind Muslime (hauptsächlich Sunniten). Arabische Händler brachten den Glauben im 7. Jahrhundert auf die Insel und stärkten ihn nachhaltig. Die Nachfahren der muslimischen Händler, die Ehen mit konvertierten sri lankischen Frauen eingingen, sind die sog. sri lankischen Mooren.
Mit dem Einmarsch der katholischen Portugiesen zu Beginn des 16. Jahrhunderts schwand der Einfluss der Mooren und der Islam wurde zum Teil gewaltsam zurückgedrängt. Erst die Ankunft javanesischer und malayischer Muslime während der 18. und 19. Jahrhunderts (deren Nachfahren sind die sog. sri lankischen Malays) wie auch der indischen Muslime im 19. und 20. Jahrhundert hat die muslimische Bevölkerung wieder anwachsen lassen.

 

Konfessionen

Orthodoxer Islam

Der orthodoxe Islam stützt sich auf die fünf religiösen Pflichten (arkan), die jeder Gläubige erfüllen muss:

  • Sprechen des Glaubensbekenntnisses (schahada)
  • rituelles Gebet (salat) – täglich fünf Mal gen Mekka beten
  • Einhalten des Fastenmonats Ramadan (Saum)
  • Geben von Almosen an die Armen (Zakat)
  • Pilgerfahrt nach Mekka (Haddsch)

Nach dem Tod Mohameds brach der Auseinandersetzung seiner Nachfolge aus und mit ihr kam es zur ersten großen Glaubensspaltung: Sunniten, Schiiten und Kharejiten.

Sufismus

Der Sufismus ist eine mystische Strömung innerhalb des Islam, der sich ab dem 12. Jahrhundert durch Wanderasketen ausbreitete und für viele Hindus attraktiv war. Besonders bei der Landbevölkerung ist er bis heute von großer Bedeutung.

Die Sufis sind heilige Männer, die Gotteserfahrung durch Meditation und Mystik suchen. Die Sufis glauben, dass es neben dem Koran und der Sunna noch eine spirituelle Ebene gibt, die zu Gott führt.

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