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Buddhismus in Indien und Sri Lanka

 

Allgemeines

Ungefähr 0,8 % der indischen Bevölkerung (ca. 9,6 Mio.) bekennen sich zum Buddhismus, wobei die Mehrheit in der tibetisch geprägten Himalaya-Region – wie etwa in Ladakh – beheimatet ist und hier ihren Glauben aktiv lebt.

Auf Sri Lanka sind etwa 70,2 Prozent der Bevölkerung Buddhisten. Im 3 Jahrhundert v. Chr. überzeugte der Mönch Mahinda König Devanampiya Tissa von der Lehre Buddhas und seitdem ist der Buddhismus (Therevada-Schule) auf Sri Lanka tief verwurzelt.

 

Der Buddhismus ist direkt mit der Lehre Buddhas, dem „Erwachten“, verbunden. Er hat die Lehre entwickelt, verkündet und verbreitet. Die Auseinandersetzung mit dem Buddhismus ist unweigerlich eine Beschäftigung mit Buddha selbst.

 

Philosophie / Lehre (Dharma) Buddhas

Im Gegensatz zu den monotheistischen Religionen glaubt der Buddhismus nicht an die Existenz eines allmächtigen Gottes.
Buddha ist nicht der Überbringer einer göttlichen Lehre, sondern hat die Erkenntnis durch Kontemplation (meditative Schau) erhalten und diese Erkenntnis sei jedem zugänglich, der der Lehre folge – ohne sie aber dogmatisch zu befolgen. Buddha war ein entschiedener Gegner blinder Autoritätsgläubigkeit. Er verwies auf die Selbstverantwortung des Menschen, zu der auch eine gesunde Skepsis gegenüber festgeschriebenen Lehren gehört – ein Umstand, der den Buddhismus zweifelsohne von anderen Religionen unterscheidet.

Die Lehre baut auf dem Gedanken der Wiedergeburt (Samsara) des Hinduismus auf, mit dem er auch die Karma-Lehre (Ursache und Wirkung von Taten) teilt; Jedoch lehnt er das Kastensystem und die Mittlerrolle der Priester ab.

Nach der buddhistischen Lehre sind alle „unerleuchteten“ Wesen einem endlosen leidvollen Kreislauf von Geburt und Wiedergeburt (Samsara) unterworfen. Ziel ist es, diesen Kreislauf zu durchbrechen und durch „Erwachen“ („Erleuchtung“) den Zustand des Nirvana (Erlöschen, Verwehen), der alles Leid aufhebt und den Zustand höchsten Glückes bedeutet, zu erlangen. Als Nirvana kann ein Zustand innerer Ruhe und Frei-Seins, eine Aufhebung diesseitiger Verbundenheiten umschrieben werden.

Siddharta Gautamas wurde um 560 v. Chr. als Fürstensohn im nordindischen Lumbini (heutiges Nepal) geboren. Im Alter von 29 Jahren erkennt er, dass Reichtum und Luxus nicht die Grundlage für Glück und Zufriedenheit sind und dass das Leid das Leben bestimmt. Er verlässt seine Familie und begibt sich auf die Suche nach Erkenntnis.
Im Alter von 35 Jahren – nach Jahren der Selbstkasteiung und Askese – führt schließlich die Meditation unter dem Bodhi-Baum in Bodhgaya zum „Erwachen“ – zu der Erkenntnis über die Ursachen für das Leid in der Welt (die „Vier edlen Wahrheiten“) und dem Weg, dem ewigen Kreislauf der Wiedergeburten zu entkommen (der „edle achtfache Pfad“).

 

Vier edle Wahrheiten:

  • alles Leben ist Leiden (von der Geburt, über das Alter, Krankheiten und den Tod)
  • die Ursache des Leids ist das Begehren des Menschen (die Gier, der Hass und die Verblendung)
  • Erlösung ist aber möglich (indem dieses Ursachen vermieden werden, wodurch Glück entsteht)
  • der Weg zum Nirvana (Erlöschen, Verwehen) führt über die Befolgung des achtfachen Pfades

 

Edler achtfacher Pfad:

  • rechte Erkenntnis, rechte Gesinnung bzw. Absicht, rechte Rede, rechte Tat bzw. Handeln, rechter Lebenswandel, rechte Anstrengung, rechte Achtsamkeit und rechte Sammlung (Meditation)
  • „rechte“ meint dabei die Übereinstimmung mit den Vier edlen Wahrheiten
  • der achtfache Pfad ist somit dreigeteilt in die Einsicht der Lehre, ihre ethischen Grundlagen und die Umsetzung

 

Die Verbreitung der Lehre (Dharma) oder „das Rad der Lehre“ (Dharmachakra)

In Sarnath hält Buddhas seine erste Rede und wandert lehrend durch die Ganges-Ebene. Auf dem Weg schart er Schüler um sich bis er im Alter von 80 Jahren in Kushinagar stirbt und der Legende nach ins Paranirvana (der nächsten Stufe des Nirvana, die nur mit dem Tod erreicht werden kann) eingeht.

Kaiser Ashoka (268-239 v. Chr.) fördert die Lehre entscheidend, die sich schließlich zu einer Weltreligion ausbreitete.

Neben der Lehre (Dharma) und dem Lehrer (Buddha) gehört die Gemeinschaft der Mönche (Sangha) zu den drei Eckpfeilern des Buddhismus, der sich im Laufe der Zeit in drei Haupt-Richtungen bzw. Schulen entwickelt hat.

 

Schulen des Buddhismus:

  • Therevada-Schule: Glaubt, „Erleuchtung“ sei ein Prozess, den das Individuum nur aus eigener Kraft erlangen kann
  • Mahayana-Schule: Bei der „Erleuchtung“ helfen sog. Bodhisattvas; Das sind „erleuchtete“ Wesen, die nicht ins Paranirvana eingehen, sondern den Menschen bei ihrem Ziel, ins Nirvana einzugehen, helfen.
  • Vajrayana-Schule: Beruht auf der Mahayana-Schule mit speziellen tantrischen Techniken


Pilgerorte und wichtige Feste und Feiertage

  • Lebens- und Wirkungsstätten Buddhas wie Bodhgaya, Sarnath und Kushinagar sind wichtige Pilgerorte
  • Visakha Puja, die Geburt Buddhas sprich sein „Erwachen“ und daher auch Buddha-Tag genannt ist der höchste buddhistische Feiertag
  • Vassa ist eine dreimonatige Rückzugszeit der buddhistischen Mönche, in denen auf das Umherwandern verzichtet wird; Sie findet zum Schutze der junge Saat, die während der Regenzeit sprießt, von Juli bis Oktober statt.

 

Persönliche Anmerkung

Unsere Klassiker-Reise „Auf den Spuren Buddhas“ lädt zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den Lebens- und Wirkungsstätten Buddhas ein.

 

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